prediction market – spielend Innovationen schaffen

Geschrieben von am 2. Juli 2009 | Abgelegt unter Allgemein, Kommunikation, Motivation

Prediction markets, im deutschen Vorhersagemärkte, versetzen Mitarbeiter in die Lage Ihre Ideen und Erfahrungen „spielend“ ins Unternehmen einzubringen. Spielend bedeutet in diesem Zusammenhang, auf Basis eines internen Aktienmarktes.

Auf diesem Aktienmarkt kann jeder Mitarbeiter und das Management Ideen einstellen, einsehen, kommentieren und „Ideen-Aktien“ kaufen. And the winner is – natürlich die Idee mit den meisten Aktien.

Alternativ dazu nutzen Unternehmen diesen Aktienmarkt auch um Prognosen über mögliche zukünftige Ereignisse, durch die Erfahrung ihrer Mitarbeiter validieren zu lassen z.B. Erreichen wir im nächsten Quartal unser Vertriebsziel? Jede Prognose erhält dazu eine Basisnotierung in Höhe von 100,- € (Spielgeld). Geht der Mitarbeiter davon aus das dies nur zu 70% der Fall ist, schlägt er 70,- € vor.

Ideenbörse

Ideenbörse (Beispiel nosco)

Was bringt ‘s?

  • Motiviert Mitarbeiter zum Teilen von Ideen und Erfahrungen auf spielerische Art und Weise
  • Qualitativ höherwertige Innovation durch intensivere Auseinandersetzung im Kollektiv
  • Steigerung der Unternehmensidentifikation durch Einbindung der Mitarbeiter in Strategieentscheidungsprozesse

Wie funktioniert es?
Wie auf einem normalen Aktienmarkt – Menschen kaufen Aktien von Firmen wovon Sie überzeugt sind. Je mehr dies tun, je höher steigt der Aktienpreis. Auf einem Ideen-Aktienmarkt kaufen Sie keine Firmen, sondern Idee – that’s it.

Ideenübersicht (Beispiel nosco)

Ideenübersicht (Beispiel nosco)

Investieren Sie in die richtigen Ideen, profitieren Sie in Form eines Gewinns (Spielgeld), welchen Sie wieder auf neue Ideen setzen können. Als Startkapital steht jedem Mitarbeiter eine Summe X zur Verfügung.

Um auch die zu motivieren welche keine eigenen Ideen eingebracht haben, gibt es eine Rankingliste mit den besten Börsianern – die die das Gras wachsen hören…

Achtung: Prediction Market ist ein Werkzeug und löst keine Kulturprobleme. Ich kann Mitarbeiter das einbringen von Ideen und Erfahrungen nicht per Prozess verordnen – das hat noch nie funktioniert.

Unternehmensbeispiele:

Die dänische Bank hat bereits in der Pilotierungsphase folgende Ergebnisse erzielt:

  • 93% aktive Mitarbeiter
  • 56% aller Mitarbeiter bringen Ideen ein
  • 66% aller Ideen sind qualitative hochwertig
  • Das macht 1,2 Ideen pro Person

Aufgabenstellung war die Steigerung der Ideen- und Innovationsrate – würde mal sagen, Treffer versenkt

Motorola beschäftigt sich schon seid 2003 mit dem Thema Ideenmanagement, intern genannt ThinkTank, scheiterte aber immer wieder am Verwaltungs- /Koordinationsaufwand und Motivation der Mitarbeiter. Erst 2007 stieß man auf das Thema prediction markets und initiierte gegen Ende des Jahres ein Pilotprojekt.

Schwerpunkt des Pilotprojektes war neue Produktidee, Verbesserung bestehender Produkte und Produktivitätssteigerung.

Jeder Mitarbeiter kann seine Stimme einer Idee geben. Ideen mit mehr als 5 Stimmen habe es geschafft und erhalten eine Notierung mit $10 pro Aktie. Alle die am Börsengeschehen teilnehmen möchte erhalten $100.000 Startgeld. Wie im wahren Leben können Aktien gekauft und verkaufen werden. Nach 30 Tagen Notierung überprüft ein Team die Top 10 Ideen auf Umsetzung.

Die ersten ThinkTank Produktideen kommen dieses Jahr auf den Markt – nicht schlecht…

Zur Zeit evaluiere ich für ein Projekt, die aus meiner Sicht interessantesten, prediction market Software Hersteller:

Ich trau mich ja gar nicht zu fragen – kennt einer ein deutsches Unternehmen das einen prediction market einsetzt?

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2 Kommentare zu “prediction market – spielend Innovationen schaffen”

  1. am 6. Juli 2009 um 10:09 1.Konstantin Weiss schrieb …

    ich bin mir nicht sicher, ob sie es umgesetzt haben, aber die leute vom trendbuero (www.trendbuero.de) haben ein konzept für einen prediction market gehabt, um damit trends zu ermitteln.

  2. am 6. Juli 2009 um 13:32 2.Dieter Josten schrieb …

    Danke für die Info – frag da mal nach.

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