Projekt - Arbeitsbezogenes Lernen in der Produktion - geht das? Teil 1
Geschrieben von Dieter Josten am 6. Oktober 2009 | Abgelegt unter Allgemein, Lernen, Projektberichte
Bedingt durch einen Kundenworkshop zum Thema „Lern- und Wissensmanagement“ reifte die Idee das bisher entwickelte Konzept des arbeitsplatzbezogen Lernens und Erfahrungsaustauschs, auch auf die Produktion auszuweiten.
Bei einem Rundgang durch die Werkshallen zeigt sich warum. Gerade an einem SMD Bestückungsautomat angelangt, piepte dieser und beendete seine Tätigkeit. Der herbeieilende Facharbeiter nahm die Fehlermeldung zur Kenntnis und schaute sich Fragend um – Wer hat das Handbuch? war seine erste Frage in die Runde, die Fehlermeldung kenn ich nicht – keine Antwort. Wo ist Herr X? – in einem Weiterbildungsseminar, auswärts. Wer war als letzter an der Maschine? – Herr Z, gerade zu Mittag. Ein Lichtblick und schon verschwandt er in Richtung Kantine. Wir blieben noch ca. 10 Minuten stehen, nichts passierte….
Mitarbeiter müssen sich in immer kürzeren Zeiten auf neue Produktionslinien und Arbeitsaufgaben einrichten, zeitgleich einen möglichst unterbrechungsfreien Anlagenbetrieb sicherstellen. Doch reicht dazu die technische Mechanisierung und Automatisierung aus? Nein, selbst die Adaption des Toyota-Produktionssystem hat sicherlich in deutschen Unternehmen einiges verändert, aber schafft im internationalen Wettbewerb keinen Vorsprung mehr. Methoden wie JIT, TQM, TEI, SCM bringen nur bedingte Erfolge, beziehen sie sich doch meist nur auf eine bestimmte Aufgabenstellung oder Prozessbereiche. Ansätze wie „Quick Response Manufacturing“ gehen da ein Stück weiter und ermöglicht die Beseitigung von „lead times“ aller Art im Unternehmen. Unter anderem ermöglicht das Konzept, dass Mitarbeiter mehr Zeit bekommen sich selber zu optimieren (20%) und (80%) entsprechen dann der normalen Arbeitszeit.
Diese neuen Arbeitsstrukturen fordern jedoch nicht nur neue, flexible Qualifikationen, sie schaffen auch die Voraussetzungen, diese Anforderungen direkt am Arbeitsplatz zu vermitteln. Lernen soll zukünftig nicht mehr in Seminarräumen und Lehrgängen, sondern direkt am Arbeitsplatz stattfinden.
Mitarbeiter sollen selbstgesteuert lernen, das heißt die Lernenden wählen die Lerninhalte nach ihrem persönlichen Bedarf aus und eignen sich diese selbstständig, einzeln oder in Gruppen an. Lernende werden zu Lehrenden durch die Möglichkeit eigene Erfahrungen zu reflektieren und Anderen zur Verfügung zu stellen.
Lernen wird so zum sozialen Prozess, in dem Informationen, Ideen und Erfahrungen gemeinsam verarbeitet und interpretiert werden. So bleibt wertvolles Know-how im Unternehmen erhalten, auch über Generationen hinweg. So wird ein Unternehmen in Gänze zur lernenden Organisation.
Fortsetzung folgt - Lösungsansatz Teil 2, und Teil 3.
1 Kommentar »
am 8. Oktober 2009 um 12:04 1.Berliner KMU News » Blog Archive » Lernen im Arbeitsplatz - Auch in der Produktion! schrieb …
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