Twitter war gestern - Seriöse Information hat Zukunft.
Geschrieben von Dieter Josten am 14. Januar 2010 | Abgelegt unter Allgemein
So stand es in einem Artikel der Zeit.
Seriöse Information hat Zukunft - Wer hier investiert, gewinnt – glaubt der Londoner Zeitschriften-Erfinder Tyler Brûlé.
Klar wir müssen alle Geld verdienen und das “Geiz ist Geil” nicht so dolle ist, haben die meisten auch schon verstanden. Schießen wir uns doch langfristig selber ins Knie. Qualität sollte seinen Wert haben, ob in Form von Geld, Kommentaren, Backtracks, Follower… entscheidet jeder selber. Firmen nicht - denn die müssen Geld verdienen.
Es hat aber weder früher und heute in den klassischen Medien DIE Qualität gegeben, weder im Fernsehen, noch im Radio oder den Print Medien. Wie überall gibt es gute und schlechte Inhalte, so auch im Internet.
Das Internet aber zu verteufeln geht doch an der Realität vorbei. Der Mix und die Stärken des jeweiligen Medium zu nutzen macht’s, aber das scheinen einige Verlage noch nicht ganz verstanden zu haben.
Warum fragen Verlage nicht mal ihre Leser welche Themen diese sich wünschen. Das Leben kann doch so einfach sein. Nein, keine blöde Umfrage, sondern in einer Strategie fest verankertes Vorgehen und Geschäftsmodell.
Wie wäre es hiermit :
Verlage fragen Ihre Kunden was diese gerne recherchiert haben möchten. Eröffnen dazu einen ThemenRaum wo Leser Ihre Wünsche äußern können, einen Geldbetrag nennen den sie bereit wären zu zahlen, Gleichgesinnte finden und die Anforderungen gemeinsam spezifizieren.
Dadurch bildet sich eine Art kollektive Redaktion, die gemeinsam entscheidet was in einer Ausgabe/Themenband/… veröffentlich wird und was nicht. Der Verlag stellt Rückfragen bis die Aufgabenstellung klar ist und gibt dem ganzen einen Preis - fertig.
Finden sich zu einem Thema , in einem Zeitraum X, hunderte von Interessenten,reduziert sich dieser anteilig . Ob realisiert wird oder nicht entscheidet der Verlag zusammen mit den Interessenten - ich denke der Preis entscheidet ;-). Lagen die Wünsche der Leser Gold richtig, nur mal hypothetisch - die Nachfrage/Auflage steigt, gibt es für die Leser die sich aktiv eingebracht haben vielleicht sogar mal eine Umsatzbeteiligung in Form einer Gutschrift. Marktforschung per excellence…
Vielleicht zu einfach gedacht - mal sehen…
4 Kommentare »
am 14. Januar 2010 um 21:06 1.Gudrun schrieb …
Ich finde leider den Link gerade nicht - aber es gibt in USA bereits einen Journalisten, der zusammen mit Kollegen so vorgeht, wie du es beschreibst.
Die Truppe arbeitet frei und im Internet.
Die Ideen für Artikel kommen von Lesern und den Blogmachern. Die Blogmacher entscheiden, wieviel Geld sie für die Recherche brauchen. Kommt das Geld zusammen, weil genügend Interessenten/spendbereite Leser da sind, kommt die Geschichte zustande. Die Leser sind gleichzeitig Informanten und helfen bei der Recherche.
In Ausnahmefällen allerdings, entscheiden sich die Blogger auch zu einer Geschichte, wenn nicht genügend Geld für die Recherche gespendet wurde. So bleibt die Unabhängigkeit gewahrt.
Das Ding ist ein großer Erfolg und ernährt ein paar Leute. Vor allem auch deshalb, weil die Themen/Artikel oft weiterverkauft werden an die großen Printmedien, die sich dann ebenfalls dafür interessieren.
Bei der Tageszeitung, für die ich als Freie tätig bin, gibt es seit dem letzten Jahr einen Leserbeirat. Der sieht sich die Zeitung sehr aufmerksam an und kommt regelmäßig zusammen, um den Redakteuren Input zu geben. Alle großen Geschichten werden außerdem im Internet angeteasert und veröffentlicht. Da entstehen oft Diskussionen, die man von außen gar nicht mitbekommt, die aber genau zeigen, ob der Nerv getroffen wurde oder nicht. Abgesehen vom Web erfolgt das Feedback aber auch in der Redaktion direkt, denn die Leute kommen oder rufen an und bringen die Themen selbst vorbei. Es gibt natürlich auch Redakteure, die diesen Gestaltungswillen ihrer Leser aussitzen, aber grundsätzlich ist das schon mal ein gutes Konzept
Viele Kollegen haben übrigens große Angst vor dem Web - sie fühlen sich dadurch bedroht, weil sie dadurch tatsächlich das Ende des (bezahlten) Journalismus kommen sehen. Das trägt natürlich nicht gerade zu überragenden Leistungen bei…
Tatsächlich musste ich mich schon mehrfach rechtfertigen, diesen Beruf auszuüben - und das auch noch gerne und absolut freiwillig. Es ist auch wirklich nicht leichter geworden, wenn man davon leben will. Ich bin allerdings auch überzeugt, dass wir zwar eine Informationsflut haben, aber nicht die Flut, sondern der Filter das Problem ist. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema….
am 14. Januar 2010 um 21:19 2.Dieter Josten schrieb …
Hallo Gudrun,
Danke für die Info - wäre auch verwundert gewesen wenn da noch keiner darauf gekommen ist.
Wenn ich helfen kann sag Bescheid!
Beim Filtern wird sich bald was tun - schau mal den letzten Beitrag von mir an.
Gruß Dieter
am 14. Januar 2010 um 23:26 3.Gudrun schrieb …
Hab ich doch
Übrigens: Klasse Thema auf dem Web 2.0-Kongress - am Montag kam die Einladung mit dem Programm und da ist mir doch gleich ein bekanntes Gesicht untergekommen..
am 15. Januar 2010 um 07:16 4.Tweets that mention Knowledge Garden - The Rock » Twitter war gestern - Seriöse Information hat Zukunft. -- Topsy.com schrieb …
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