Nur 12 % der Mitarbeiter in Deutschland sind motiviert am Arbeitsplatz..
Geschrieben von Dieter Josten am 27. Juli 2008 | Abgelegt unter Kommunikation, Motivation
Zuerst wollte ich es nicht glauben – nur 12%. Auch im Jahr 2007 hat Gallup sich wieder mit den Themen Motivation, Mitarbeiterengagement und Mitarbeiterbindung befasst und knapp 1.900 deutsche Arbeitnehmer befragt.
Unverändert zu 2006 haben nur 68% der Arbeitnehmer eine geringe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber. Der Anteil der hoch emotionalisierten Arbeitnehmer sank von 13% im Jahre 2006 auf 12% (in der Schweiz sind es immerhin 22%). Mit diesem einen Prozent erhöht sich somit der Anteil der “scheintoten” nicht emotionalisierten und innerlich gekündigten Mitarbeiter auf 20% ( 2006% : 19% ).
Erstmals fragte Gallup auch danach, wie emotionale Bindung und Innovationsklima in einem Unternehmen zusammenhängen.
Das Ergebnis:
- Motivierte Mitarbeiter gaben an, ihrem Vorgesetzten in den vergangenen sechs Monaten zehn Ideen vorgestellt zu haben, etwa doppelt so viele wie die Unmotivierten.
- fehlten rund 2,4 Tage weniger als die Frustrierten
- empfehlen zu 77% ihr Unternehmen als Arbeitgeber, nur 5% der Frustrierten
- 71% Werben per Mundpropaganda für die eigenen Produkte und Dienstleistungen, nur 20% der Frustrierten
Sollte uns das nicht zu denken geben?
Selber schon mal erlebt? Ich würde lügen wenn ich Nein sage …In der Praxis bei unseren Kunden nachvollziehbar - teilweise noch gravierender.
Die meiste Frustration, aus unserer Sicht, rührt von der fehlenden Wertschätzung und individuellen Motivation einer einzelnen Person. Ideen, Anregungen, Rück-/Verständnisfragen eines Mitarbeiter werden von der Führung nicht “sichtbar” wahrgenommen. Zahlen stehen im Vordergrund – KPI ist das Stichwort. Beim Thema Prozessmanagement angelangt, welches vom Ansatz wirklich einiges Bewegen kann, versuchen viele Arbeitgeber über ein instrumentalisiertes KVP (kontinuierlicher Verbesserungsprozess) der Lage her zu werden. Aber was passiert wenn Mitarbeiter im Zuge der Planung eines Prozessmanagement nicht aktive einbindet, Sie fragt, Ihre Meinung wissen will, Ziele kommuniziert, den berühmten WinWin, diesmal nicht im Sinne Kunde, sondern Arbeitgeber/Arbeitnehmer? Ich denke die Antwort kennt Ihr schon – „…auch das werden wir überleben, wir haben schon so vieles kommen und gehen sehen..“
Aufgabe der internen Kommunikation - Jepp ABER
In Konzernen finden wir von Zeit zu Zeit Vorgesetzte die sich aus Frust einen eigenen Mikrokosmus aufbauen um so ihre Mitarbeiter von der „Außenwelt“ abzuschotten. Resultat: „…unsere Abteilung funktioniert prima, zwar haben wir hier und da Schnittstellenproblematiken aber…“. Die Lösung ist nicht unbedingt das Gelbe vom Ei..
Trotzdem gibt es beim jedem “unmotivierten” Menschen einzelne Lebensbereiche wo er plötzlich hohes Engagement und “Motivation” zeigt. Dies bedeutet in der Konsequenz, dass es dem Arbeitgeber bisher einfach nicht gelungen ist genau diese Motivation, die in dem Mitarbeiter schlummert, zu wecken. Denn dies gelingt dann, wenn man sich individuell mit diesem Mitarbeiter beschäftigt und seine individuelle Motivstruktur betrachtet.
Dieser Blick auf die Motive erlaubt nun neue Optionen in der Kommunikation, der Führung - der gesamten Arbeit mit diesem Mitarbeiter. Sobald nun der vorher “unmotivierte” Mitarbeiter gemäß seiner individuellen Motivation eingesetzt wird, erfolgt die Emotionalisierung. Der Mitarbeiter zeigt mehr Freude und Engagement für seine Tätigkeiten. Sieht mehr Sinn in seiner Arbeit. Fühlt sich dem Unternehmen verbunden. Wird produktiver.
Sicherlich stellt Ihr euch schon die Frage ob Web 2.0 da helfen kann – ich denke JA, ABER es ist und bleibt ein Kulturwandel und dieser muss Kommunikativ begleitet werden – sonst NO GO. Schöne innovative Technik hilft hier nicht weiter.
Hier noch der Link zum Spiegel Online Artikel “Frustfaktor Job”
Nachtrag 14. August 2008. In der Buchbesprechung: Kundennähe in der Chefetage fasst Burkhard Schneider die wichtigsten Erkenntnisse zusammen:
- Permanent daran arbeiten, Mehrwert für Kunden zu erzeugen.
- Mitarbeitende befähigen, zu einscheiden und zu handeln.
- Eine lernende Organisation entwickeln.
- Ein faires Belohnungs- und Incentivierungssystem etablieren.
- Vertrauensbeziehungen mit Mitarbeiternauf allen Ebenen pflegen und verstärken.
- Permanent die Arbeitsabläufe im Unternehmen vereinfachen und verbessern.
- Führen mit Integrität und mit Beispiel vorangehen.
- Gute und langlebige Beziehungen mit len Interessengruppen pflegen.
- Nur messen, was wirklich wichtig ist.
- Jeder Mitarbeiter erhält alle für die Leistungsverbesserung notwendigen finanziellen und nichtfinanziellen Informationen.
Das in Kombination mit den individuellen Motiven - jetzt wisst Ihr wie man Mitarbeiter Motivieren kann. Mir gefällt besonders gut Punkt 9. - wie wahr.
Update: Die neuen 2008 Zahlen von Gallup
Keine Kommentare »